Die Basis in uns (1/3)

Was hilft, wenn alles aus den Fugen, aus dem Takt gerät? Wenn wir das Gefühl haben, aus der Zeit zu fallen? Wenn es sich anfühlt, als ob eine alte Welt, in der wir uns bis vor einigen Jahren mehr oder weniger zurecht gefunden haben, entschwindet und wir eine Art Niemandsland betreten?

Ein alter Zyklus geht definitiv zu Ende.  Vieles, was wir als Wahrheit, als Stabilität, als Sicherheit angenommen haben, zerbröselt vor unseren Augen, nicht leise, sondern in grossem Chaos und Lärm. Es ist, als hätten sich grosse Stellschrauben verschoben, seien Rädchen und Teile aus dem grossen Uhrwerk gefallen, abgenutzt, entfernt, abhandengekommen… sich immer weniger findend.

Wenn ich nicht wüsste, dass sich parallel etwas Neues aufbaut, in Wirklichkeit schon da ist, wenn ich es nicht jeden Tag sehen und wahrnehmen und mich darin bewegen und daran mitbauen würde, dann wäre es für mich schwieriger, zuversichtlich zu bleiben.

In meiner Frühlings-Blog Trilogie möchte ich teilen, was für mich ein gangbarer Weg ist, um mit dieser Zeit umgehen zu können, sie nicht nur gefühlt überleben zu müssen, sondern mitgestalten zu können.

Wir sind mit grossen, noch nie dagewesenen Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert und gleichzeitig können wir sehr viel Schönes, Wahrhaftiges und Nährendes erleben und in einem bestärkenden Miteinander kreieren.

Ankommen in der Gegenwart

Anstatt uns noch mehr im Aussen zu verlieren, zu verzetteln, zu entfremden und zu fragmentieren, ist es von zentraler Wichtigkeit, tief bei uns selbst anzukommen, genau dort, wo wir im Moment stehen, mit allem, was da ist. Hier, jetzt, in unserem Leben.

Wenn wir nicht mehr im Widerstand unsere Kräfte verlieren, umgehen, verhindern und verdrängen müssen, wenn wir nicht mehr gegen uns und unsere momentane Situation ankämpfen, dann kann sich etwas in uns entspannen, weil wir uns ein-holen und bei uns landen können.

Im letzten Vierteljahrhundert habe ich mich intensiv mit Energiearbeit und Ganzheitlichkeit befasst, habe viel gelernt, geforscht, praktiziert, verinnerlicht und entwickelt. Dabei habe ich nichts Wirksameres entdecken können, das uns sofort in die Gegenwart hineinkatapultiert, als bei uns im Körper anzukommen und anzunehmen, was da ist. Auch wenn wir die Situation, in der wir uns befinden, nicht mögen und es sich vielleicht gerade sehr schwer anfühlt. Ankommen und bewusst werden in der eigenen Realität, bringt den Boden unter die Füsse und macht uns im zweiten Schritt wieder handlungsfähig.

Das Fundament in uns

In meiner energetischen Heilarbeit ist Verbindung und Rückverbindung immer der erste Schritt. Dies ist die Grundlage, das absolute Fundament. Manchmal fühlt es sich für meine Klienten nach einer Heilsitzung an wie ein wieder Einziehen im eigenen Körperhaus und sich von innen heraus wahrzunehmen und den Körper wieder zu bewohnen.

Es ist die Basis, um von einem sicheren Ort aus sich orientieren zu können und die Energie wieder hochzubringen. In meiner Erfahrung wird es dann wirksam, an Themen zu arbeiten, weil wir nur etwas verändern können, wenn wir uns in Sicherheit fühlen. Sicherheit kommt durch Verbindung. Und es braucht einen gewissen Level an Energie, um etwas in Bewegung und Veränderung zu bringen.

Bei vielen von uns macht sich in den letzten Monaten eine grosse Erschöpfung und ein Gefühl breit, selbst aus dem Takt geraten zu sein. Wir machen die Erfahrung, dass in vielen Bereichen alte Herangehensweisen nicht mehr greifen. Diese Zeit bringt uns mit unseren tiefsten Themen in Kontakt. Oft existenziell, am Kern.

Diese Prozesse durchzugehen, anzuschauen, wo wir noch einen Teil von uns zu uns zurückholen dürfen, wo Weggepacktes, was nie Raum bekommen hat, sachte berührt und achtsam gefühlt werden möchte, kann sehr heilsam sein. Auf diese Weise wird es uns möglich, unsere gebundene Kraft zurückzuholen, unser Wesen zu bergen, das immer noch da ist, manchmal nur etwas verschüttet, unten drunter. Unser Wesen, das auf UNS wartet, um wiedergefunden, ausgewickelt und ans Licht gebracht zu werden.

Unsere Wahrheit liegt in unserer Tiefe, wie auch unsere Kraft aus unserer Tiefe kommt. Es lohnt sich so sehr, uns selbst auf den Grund zu gehen. Von dort können wir uns neu aufrichten, ausrichten, unsere Lebensthemen ganz zu uns nehmen und mit ihnen in Heilung und in Frieden kommen, wenn wir uns darauf einlassen und es zulassen. Daraus entsteht eine neue Ordnung.

Dies hilft uns, für diesen Übergang in etwas Neues bereit zu werden, in unseren eigenen, ganz persönlichen Rhythmus hineinzufinden, uns selbst neu zu entdecken und einander neu zu begegnen.

Zurückerinnern wer wir sind

Wir alle tragen Schmerz, Ängste, Verwundbarkeit und unsere ganz persönliche Geschichte in uns. Wir alle haben – und dies ist mein Antrieb – noch so viel mehr an Liebe, Lebenskraft und Freude, Gaben und ein grosses Herz in uns – alles ist da, um befreit und gelebt zu werden.

Es geht darum, uns zurückzuerinnern, wer wir sind und welche Energie mit uns in diese Welt gekommen ist. Wir dürfen uns zelltief bewusst sein, dass wir wichtig sind, wertvoll, durch unser Sein, so wie wir sind. Und dass wir unseren Platz selbstverständlich einnehmen und ausfüllen, weil wir da sind. So, wie es jeder Baum macht, jede Pflanze und jede Blume, wie jedes Lebewesen einzigartig und gleichzeitig Teil von etwas Grösserem ist.

Mit dem ureigenen Wesen in sich in Kontakt zu sein, heisst, mit der Seele in Verbindung zu stehen, mit dem, was in uns angelegt ist und was wir mitgebracht haben. Unser Leben ist von innen heraus erfüllend, wenn wir mit unserem Wesenskern, unserer Essenz in Beziehung sind und mehr und mehr aus ihr leben.

Lieber Herzmensch,

Zu finden, was uns ausmacht, was in unserer Signatur enthalten ist, bedeutet: Nach unserem Gold zu graben und dieses ans Licht zu bringen.

Wenn Du nicht weisst, an welchem losen Ende damit zu beginnen, ist es mir eine Freude, Dich ein Stück zu begleiten.

Von Herzen,

Gabriela

© Gabriela Grob-Wespi

© Gabriela Grob-Wespi