UR-Vertrauen

Je mehr wir in uns beheimatet sind, je tiefer wir aus unserem eigenen Urgrund schöpfen und unsere Verbindung zu uns selbst, zu unseren Wurzeln und Seelenkräften pflegen, desto weniger sind wir abhängig, was im Aussen läuft, wo der Wind herkommt, wie die Grosswetterlage ist.

Sicherheit, auf die wir uns verlassen können, kommt nicht von aussen, sie kommt von innen. Ein wirklicher Halt, auf den wir zählen können, kommt aus der Verbindung, aus der Zentrierung, aus der Ausrichtung auf das Wesentliche.

Wenn wir uns selbst tief begegnen und uns immer besser in uns halten können, mit all dem, was ist, wird eine grosse Errungenschaft in unserem Leben spürbar. Wenn wir keine Ablenkung mehr brauchen, keine Ausweichungsmanöver in unzählige Angebote, sondern offen, ehrlich und still mit uns sein können, kehrt Ruhe ein. Dies war und ist für viele Menschen die Meisterklasse dieser Jahre.

Dies sind grosse, stille innere Prozesse, innere Verschiebungen und Umbauten, die sich zuweilen anfühlen können, wie ein innerer Erdrutsch… die Raum und Zeit brauchen. Es sind Wandlungsprozesse, Heilwege, ein Neuwerden.

Ob wir uns diesen Prozessen vertrauensvoll hingeben können oder nicht, hängt davon ab, ob wir uns verbunden fühlen und eine Ahnung haben, was in uns geschieht. In einem unbewussten Zustand kann es sich sehr beängstigend anfühlen, wenn bisher Vertrautes ins Rutschen gerät. Wenn diese inneren Entwicklungen und Entfaltungen gelingen, weil sie ihren Raum haben dürfen, wächst Präsenz, Klarheit, ein Bewohnen der eigenen Räume.

Einhergehend mit dieser Entwicklung fliesst vieles ab, was uns bisher sehr vereinnahmen, überfüllen und verunsichern konnte. Wir haben die Möglichkeit und mehr und mehr auch den Wunsch, aus fremdem Gedankengut und aus der Überfülle von Reizen und Informationen von aussen, auszutreten.

Wir werden stabiler, flexibler und können entscheiden, was sich stimmig und wahr anfühlt, und was nicht. Wir werden in uns klar, was unverhandelbar ist. Unsere Intuition und unsere Urinstinkte werden frei und zugänglich. Daraus erwächst die grösste Sicherheit, die wir haben können: Unser Ur-Vertrauen.

In meiner Wahrnehmung ist dies DIE Qualität, die uns durch sehr dynamische transformative kommende Jahre führen wird.

Dies sind Wandlungsprozesse, die mir vielfältig vertraut sind und die ich sehr gerne übersetze und begleite.

Dem eigenen Leben zuhören

Es ist schön, den eigenen Gedanken, den Gefühlen, den Wünschen und Bedürfnissen zuhören zu können und sie unzensiert willkommen zu heissen.  Wir selbst sind es, die als Einzige für dieses innere Befinden zuständig sind. Damit bringen wir uns aus der Ohnmacht und aus Erwartungshaltungen in den Modus, die Atmosphäre, in der wir leben, zum grossen Teil mitkreieren und gestalten zu können.

In sich selbst diese Oase, diesen inneren sicheren Ort einzurichten und sich für diese Räume verantwortlich zu fühlen, macht uns autark. Wenn vieles in Verwirrung, Veränderung und Aufruhr gerät, dann braucht es uns für uns, uns diesen sicheren Hafen selbst zu sein und im eigenen Herzen Obhut zu finden.

Was von hier aus gedeiht, hat Substanz und Herzkraft.

Pures Herz

Weihnachten und die Frequenz dieser Zeit im Besonderen, laden ein, das Wesentliche zu berühren, zu fühlen, zu geniessen und zu feiern.

Weihnachten ist eine Einladung, ganz schlicht ins pure Herz zurückzufinden. Einfacher zu werden, ruhiger, stiller – wahr.

Ich wünsche uns Weihnachten und Tage zwischen den Jahren, in denen wir uns sicher genug fühlen, unser Herz weit zu öffnen, uns einzulassen, allein und im Miteinander, auf das, was uns ausmacht und was uns zutiefst bewegt.

Dadurch haben Trauer und Freude und alle grossen Gefühle nebeneinander Platz. Wenn wir das Leben so nah an uns heranlassen, kann es geschehen, dass Tränen fliessen, aus einem Gefühl der Verbundenheit, aus einem Berührtsein, aus dem Erleben unseres puren Herzens, das überfliesst.

Ich glaube, es ist das, was wir Menschen jetzt brauchen: Echtes, reales, berührbares, wahres Menschsein. Und wir brauchen Rituale, die kraftvoll und erdend sind. Sie dürfen ganz besonders in dieser Zeit wieder erinnert, hervorgeholt und erneuert werden.

Ich wünsche uns eine Weihnachtszeit, die uns zu nähren vermag, vielleicht auf eine ganz neue Weise.

Mit einem vollen Herzen,

Gabriela

© Gabriela Grob-Wespi

© Gabriela Grob-Wespi